Endlich Frühling!
Die Freude ist groß, wenn die Bäume in Blüte gehen. Wird es ein gutes Jahr? Fällt genug Regen? Wird es trocken genug, um Pilzbefall zu vermeiden? Die Spannung steigt. Aber nicht jeder Baum ist gleich…

Wenn der Baum zu hoch ist, um alle Kronenteile zu erreichen. Wenn morsche Äste weder mit der Leiter, noch dem Schüttelhaken bearbeitet werden können. Dann kommt zwangsläufig der Zeitpunkt, an dem das Obst vom Baum fällt und zu Fallobst wird.

Wenn die Erntezeit beginnt und die ersten Früchte unter den Bäumen liegen, freuen sich die Vorratsbeauftragen einer Familie: Mus und Kompott jeder Art ist einfach herzustellen und als Beilage zu vielen Gerichten schmackhaft, auch als Dessert.
Natürlich vergisst man allzu leicht, wie viel so ein Baum tragen kann und so stellt man heutzutage nur die haushaltsübliche Menge her, die innerhalb eines Jahres aufgebraucht wird.


Aus dem meisten Obst lässt sich relativ einfach Dörrobst machen, früher die Süßigkeiten, heute oft als Delikatesse geschätzt oder auch als besonderes Geschenk.
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Und was passiert mit dem Rest?
Gefallenes Obst, das einen Tag liegt, macht es nicht gleichzeitig unverwertbar. Es gibt viele Obstsorten, die überhaupt erst nach dem Fall verwertbar werden. Sogenanntes Brennobst zum Beispiel, das roh kaum genießbar erscheint und erst durch die Veredelung im Obstbrand seine volle Wirkung entfaltet. Aber diese Sorten stehen meist nicht im Hausgarten.

Saftige Früchte eignen sich für die Kelter, um Saft – je nach Region auch Most genannt – daraus herzustellen. Erhitzt und abgefüllt in Flaschen oder Bag-in-Box ist der süße Saft lange haltbar. Ausprobieren lohnt sich, denn außer Apfelsaft gibt es auch andere Obstarten, die pur oder in Mischungen hervorragend munden.
Egal, welche Sorte es betrifft: Auch wenn Fallobst bereits bräunende Fallstellen hat, aber noch nicht mit Monilia blüht, kann man noch einiges damit anfangen.
Fleißig aufgesammelt, entstielt und gehäckselt kann es eine hervorragende Maische für die Wein- und dann Schnapsproduktion ergeben. Die Früchte bringen den höchsten Zucker- und Saftgehalt, wenn sie vollreif sind.


Bleibt das Obst eine Weile länger liegen, wird es dennoch genutzt. Viele Insekten holen sich eine süße Stärkung.
Tatsächlich trinken die Bienen in einem staubtrockenen Sommer wie 2026 in Massen die Säfte der überreifen Früchte.
Muss alles weg bis zur letzten Frucht?
Wir verwerten alles, was geht, lassen aber immer gerne ein paar Früchte an den Bäumen übrig, damit auch andere Lebewesen eine Chance bekommen, sich zu versorgen.

In aller Regel gibt es jedes Jahr einen Überfluss. Man muss nur aufmerksam sein, welcher es ist, und sich darauf einlassen. So ist eine gute regionale Versorgung und die nachhaltige Nutzung lokaler Bestände möglich.

